Das relativierte Grauen
Return of the Jedi hatte ich vor gut 20 Jahren im Kino gesehen, und danach nie wieder. Das war auch gut so, wie mir das gestrige Wiedersehen im Rahmen der Star-Wars-DVD-Ausgabe verdeutlichte. Bei Classic Star Wars war nicht alles so schön und gut, wie das verklärende Langzeitgedächtnis uns weismachen will. Dass Ewoks hassenswert sind, hat sich als Running Gag in der Alltagskultur längst etabliert (deren Abschießbarkeit wird nicht von ungefähr als eines der Hauptfeatures bei Star Wars Battlefront gepriesen). Aber die außerordentliche Brechreiz-Wirkung dieser Endor-Schrumpfteddys wird einem erst wieder klar, wenn man sich Return of the Jedi noch mal reinzieht (da relativiert sich sogar die Grausamkeit von Episode I).
Ich meine, wie viele putzige Ewoks kann man ertragen, die mit läppischen Stöckchen auf schwerbewaffnete Stormtroopers in voller Rüstung einschlagen, welche dadurch sich windend zu Boden gehen? Mit solchen Waschlappen-Soldaten wäre das Imperium auch ohne Darth Vaders spontanen Vaterschaftsurlaub dem Untergang geweiht gewesen. Oder die Schlußfeier in Camp Ewok mit der absolut peinlichen „Waldeslust“-Musik? Noch schwerer im nüchternen Zustand zu ertragen als die gesammelten Gungans-Späße. Jedenfalls helfen einem solche Reality Checks, die Erwartungshaltung für Episode III auf ein bodenständiges Maß zu reduzieren.

2 Comments:
Hui. Hab den dritten auch nur ein Mal im Kino gesehen, damals, 1983. Taugen die Dokus wenigstens was? Ansonsten sage ich: Star Wars VI. Accept no imitations.
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Roland, at 19:24
Fast vergessen: Immerhin enthält Return of the Jedi einen echten Klassiker aus der Abteilung "Motivationstechniken für Führungskräfte". Darth Vader zum Terminrückstand beim Todesstern-Neubau: "The Emperor is not as forgiving as I am (Schnorch!)"
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Heinrich Lenhardt, at 14:26
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